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Weiter in die Karibik ...

10. Dec 2007 13:16
Position: 16:52N, 44:50W

Wie aufregend, wir haben den Punkt passiert, von dem aus es nur noch 1000 Meilen zu segeln sind! Heute um 12:00 GMT waren es genau noch 949 nm zwischen uns und St. Lucia, und es wird konstant weniger, weil wir derzeit gut vorankommen (heute einmal mit 12,7 Knoten gesurft), und zwar in akzeptablen Bedingungen (schon tagelang keine 40 Fuß Welle mehr gesehen). Unsere Fischerei ist weiterhin enttäuschend, und ich muss weiterhin auf meinen ersten Tunfischschmaus warten. Meine Bemühungen waren nicht erfolgreicher als die des Skippers, obwohl sie eindeutig mehr Flair und Stil hatten. Das negative Resultat lag einfach an der schlichten und absoluten Abwesenheit von Fisch, keineswegs an schlechter Technik.


12. Dec 2007 14:15
Position: 16:48N, 49:45W

Die See bemüht sich endlos, uns mit ewigem Rollen wahnsinnig zu machen. Ansonsten ist es ganz nett, die Sonne scheint, es sind nur wenige Wölkchen am Himmel, es muss wohl 30 Grad warm sein, und wir schäumen mit 6 Knoten dahin. Die Schauerböen, von denen beim Briefing vor der Abfahrt gewarnt worden war, waren bisher recht kurz und handhabbar, indem wir eben eine Zeitlang von Hand steuerten und im sintflutartigen Regen triefnass wurden, eigentlich ganz lustig, wenn es nicht zu lange dauert. Nur zwei Umstände trüben etwas unsere Stimmung: Erstens, wir haben noch nicht einen einzigen Wal gesehen (soweit kein Problem für mich, ich stelle mir so ein Treffen sowieso erschreckend vor, doch der Skipper scheint sehr enttäuscht ob so großer leviathanischem Desinteresse an uns); und zweitens müssen wir wohl zugeben, dass wir doch nicht die brillanten Seeangler sind, nach denen wir nach unserem ersten Anfängerglück aussahen. In vier Tagen Angeln haben wir bis heute nur Sonnenbrand gefangen, und das wo andere Boote angeblich regelmäßig Monster aus dem Wasser ziehen. Vielleicht sind wir einfach zu schnell. Oh, ich könnte wirklich so ein Tunfischsteak vertragen!


15 Dec 2007 19:57
Position: 15:43N, 58:02W (nur noch 180 Meilen vor uns!)

Wir sind fast da und die Emotionen gehen hoch (freilich in einer würdigen, männlichen Art. Wir sind erregt, aber wir sind jetzt nicht am Weinen oder so). Gleichwohl bin ich recht geprüft worden im Ertragen einer gewissen Hybris, aber ich will nur soviel sagen: jetzt wollen wir es beenden so rasch wie möglich! Hybris bitte aufs Wetter beziehen: Wir haben gelitten! Habe ich geprahlt, die Regenböen wären nur kurz und fast spaßig? Ich nehme es zurück. Ich nehme überhaupt alles zurück! Es hat die letzten 48 Stunden geregnet, und wir haben die Sonne nur in kurzem Aufleuchten zwischen den Wolken gesehen, bevor die schwarzen Wolken wieder kamen, und schon waren wir wieder nass. Die Tropenprospekte der Reisebüros sollten um ein Kapitel erweitert werden, das beschreibt, wie nass, nass, nass und häufig hier der Regen ist. Wieder einmal fühle ich mich vom Skipper etwas betrogen. Auf meine Fragen, wie denn wohl das Wetter zu erwarten sein würde, hatte er stets geantwortet: „ach einfach typisches, tropisches Wetter“. Für mich, unbeleckt von globaler Meteorologie, hatte das klasse geklungen - jetzt fühle ich mich grob hinters Licht geführt. Wenigstens unsere Fortschritte sind unglaublich gewesen (durchschnittlich über 150 Meilen täglich, seit mehreren Tagen), und das hat unsere Moral etwas getrocknet, wenn schon nicht unser Ölzeug. Henrys Ölzeug ist total verschlissen, und ich habe die schlechte samaritanische Angewohnheit angenommen, ihm meine Jacke zu leihen, aber das geht nicht so weiter, denn erstens hasse ich es, meine Sachen zu teilen und zweitens fühlt es sich seltsam an, nett zu seinem Skipper zu sein. Wir wollen versuchen, vor morgen Mitternacht da zu sein, damit wir uns noch ein paar Tage vor den ARC Zeremonien ausruhen können. Von da an könnten die Tagebucheinträge etwas dünner werden, aber sie werden wenigstens nicht aufhören bis ich schließlich abreise. Dann allerdings ist fraglich, ob der Skipper weiterhin so eloquent berichtet. (Da seine journalistischen Talente ohnehin unterentwickelt sind, ist das wahrscheinlich auch kein Verlust.) Wir feiern den letzten Abend auf See mit „Pirates of the Caribbean 3“ vom Laptop und mit Dosenpastete. Das Leben an Bord war noch nie so unwirklich!


23 Dec 2007 21:58 Am Ziel
Position: 14:33N, 60:57W

Am letzten Sonntag, den 16. Dezember, war nachmittags der Wind derart eingeschlafen, dass wir schon glaubten, wir würden es nicht mehr schaffen, am errechneten Tag anzukommen. Die Sorge erwies sich aufgrund unserer guten Leichtwindsegelei als unbegründet, und wir querten die Ziellinie abends um zwanzig nach zehn Ortszeit. Das Ende war noch richtig schwierig, denn nicht nur hatten wir seit drei Wochen nicht mehr so viel Kunstlicht auf einmal gesehen, das uns richtig desorientiert hat, auch die vielen Leute plötzlich, vor allem aber dieser dicke Brocken Land im Weg mit so vielen scharfen Steinen unter Wasser passte uns erst gar nicht. Fast hätten wir die Ziellinie verpasst (gar nicht so schwer im Dunkeln, und wenn man vergessen hat, nachzusehen, wo sie sein soll), und während wir noch suchten, waren wir plötzlich von vier Motorbooten umgeben, die um uns herumzischten und überall Fotoblitze. Etwas verstörend für zwei, die seit drei Wochen menschlichen Kontakt nur unter sich hatten (und der freilich von zweifelhafter Qualität - sozialer Stromsparmodus, wir verschwendeten sowenig Energie wie möglich auf höfliche Konversation und Nettigkeiten). Am zugewiesenen Liegeplatz hatten wir dann einen phantastischen Empfang - Boote auf allen Seiten voller stehender Leute, die uns applaudierten, Nebelhörner, eine Signalfackel und wenigstens 70 Leute auf der Kaimauer um uns zu begrüßen und unsere Hände zu schütteln! Womöglich am meisten freute ich mich über die kalten Rumpunsche und Biere, die gereicht wurden. Als ich dann noch erkannte, dass unser Liegeplatz direkt an der Hafenbar lag, war ich restlos zufrieden. Viele unserer neuen Freunde von Gran Canaria kamen rüber, um uns Einlaufbiere zu kaufen, phantastisch! Meine Erinnerung an den Abend wird an der Stelle etwas unklar, aber ich weiß noch, dass ich wohl Schwierigkeiten hatte, meine Landbeine wiederzuerlangen, denn ständig bin ich irgendwo angestoßen - definitiv der Wechsel von Boot auf Land! Es folgte ein herrlicher Tag des Nichtstuns im Cafe, richtigen gekochten Essens, eiskalter alkoholischer Getränke und der wachsenden Überzeugung, dass wir tatsächlich etwas Bemerkenswertes vollbracht hätten. Nach einem hektischen Tag (ich habe mich glaube ich in 5 Stunden 20 Fuß weit bewegt), shanghaite uns die Familie des Skippers für drei Nächte in ein schönes Hotel ein bisschen die Küste runter. Rechtzeitig aber zur Siegerehrung der ARC kehrten wir in die Betriebsamkeit von Rodney Bay zurück. Nun bin ich ein Fan von Festen mit Freibier, aber wenn die Sache schon nachmittags um vier anfängt und einen mit zwei Trophäen ehrt, dann kann das nur das perfekteste Fest überhaupt sein. (Ja, gut, der Verdienst an den beiden Tröphäen lag zuerst beim Skipper, aber ich bin auf allen Fotos, also nehme ich auch was von dem Ruhm für mich). Irgendwie kann eine Party, die am Nachmittag anfängt und mir freien Alkohol spendiert, nur in eine Richtung gehen. Jedenfalls muss ich wohl um eins in der Nacht auf dem Rasen vor der Steel Band getanzt haben und alle Umstehenden zum Mitmachen aufgefordert. Eins habe ich erreicht: Alle hatten Spaß. Nur mitgetanzt hat fast keiner. Bin ich ein schlechter Tänzer? Nach der Preisverleihung ging es noch weiter ins große „Jump Up“ in Gros Islet, das ist ein riesiges Straßenfest. Die Erinnerung daran hat mit Essen zu tun, mit Tanzen und dem Verlust jeder Ordnung. Jeder, den wir von da an trafen, war überschwänglich mit Lob und Gratulationen, sodass ich mich ganz gegen meine angeberische Natur genötigt fühle, klarzustellen, dass wir nichts Besonderes sind, und auch wenn wir offensichtlich etwas Ungewöhnliches getan haben, sind wir doch weiter nichts als die beiden etwas ungehobelten Frischgraduierten, die wir schon vorher waren. Wir sollten trotzdem allen an dieser Stelle danken, die uns so herzlich gratuliert haben und an unser Wohltätigkeitsanliegen erinnern. Die Webseite ist immer noch: www.justgiving.com/timothyfosh. Die beste Art, Eure Gefühle auszudrücken und uns Eure Anerkennung zu zeigen, ist, für das Anliegen zu spenden, das wir unterstützen. Es folgt eine in kurze Einträge gestauchte Zusammenfassung der Zeit von Jahresbeginn bis April, in der die Jungens Urlaub machen und Foshy zuerst von Henrys Vater, dann von seiner Mutter abgelöst wird.



4. bis 11. Jan 2008 Bequia
Position 12:59N, 61:14W

Eine herrliche Woche mit unseren Freundinnen - Im Apartment - an Land!


14. bis 16. Jan 2008 Blue Lagoon, St. Vincent
Position 13:07.5N, 61:11.5W


16. Jan 2008 Wallilabou Bay
Position 13:14N, 61:15.5W

Ankern am Drehort von „Pirates of the Caribbean“


17. bis 25. Jan 2008 Rodney Bay Lagoon
Position 14:04.5N, 60:57W

Ein paar Tage vor Anker in dickem, klebrigen Schlamm in der Rodney Bay Lagune.


26. bis 28. Jan 2008 Fort de France Bay, Martinique
Position 14:33N, 61:01.5W

Wieder ein paar Nächte vor Anker, einmal vor einem Golfclub.


28. bis 30. Jan 2008 Saint Pierre, Martinique
Position 14:44.5N, 61:10.5W

U.a. eine schöne Tour über Grand Island mit Little Blue car rental tours, Vulkane, Surfstrände, lokale Küche, Schloss- und Burgruinen, Baguettes und Sackgassen.


30. Jan 2008 Roseau und Portsmouth, Dominica
Position 15:34.5N, 61:28W

Kurzer Zwischenstopp in Dominica, nicht viel zu berichten von Roseau, gutes Wifi und 2 x Redonda


1. und 2. Feb 2008 Les Saintes, Guadeloupe
Position 15:52.5N, 61:36W

Ankern in den ‚Saintes‘, hübsche Inselchen, für ein paar Tage Schnorcheln, Klettern und Faulenzen. Toll, mal aus dem Schwell zu sein.


3. Feb 2008 Pointe a Pitre Marina, Guadeloupe
Position 16:13.25N, 61:31.75W

Welch Luxus: eine Nacht am Steg mit fließendem Wasser (besser als ein Monat Waschen in der Pütz) und Strom (alles Elektrische wird aufgeladen) Dann los um 0345 Uhr, um die Hubbrücke der Riviere Salee zu passieren.


4. Feb 2008 Insel Fajou, Guadeloupe
Position 16:21N, 61:36W

Steuerten vorsichtig durch Riffs, um innerhalb 5 Fuß über dem irreal türkisen Sand zu ankern. Der geht hier meilenweit in alle Richtungen. Hier sind die Reklamefotos für die Karibik gemacht. Schnorcheln, etwas Lesen mehr Faulenzen. Ja, Segeln ist schon anstrengend!


5. bis 7. Feb 2008 English Harbour, Antigua
Position 17:00.5N, 61:46W

Liegen in English Harbour, Antigua, am Nelson‘s Dockyard (gaaanz berühmt). Hier sind Ruderer, die über den Atlantik gekommen sind, in Booten, die kleiner sind als unsere Ariel und ohne Segel! Wahnsinn! Warum rudern, wenn Du auch einen Monat faul rumsitzen kannst? Hier verabschiedet sich Tim Fosh als Crew und reist in die Heimat zurück.


14. Feb 2008 Falmouth Harbour, Antigua
Position 17:01.1N, 61:46.3W

Nachdem ich meine Crew Foshy in die Heimat entlassen habe, (schnüff), ankere ich ganz alleine in Falmouth Harbour. Es ist ziemlich windig, da lasse ich „Ariel“ lieber allein an ihrem Anker zerren und bleibe an Land für Internet und kleine Arbeiten, ist doch zivilisierter.


24. Feb 2008 Redonda
Position 16:56.5N, 62:20.75W

Früh am Morgen brach ich von Falmouth Harbour, Antigua auf. Mein nächster offizieller Hafen war Charlestown, Nevis. Auf jeden Fall wollte ich aber auf dem Weg dorthin einen Stopp auf der Insel Redonda einlegen. Redonda ist ein kleiner Felsen mitten zwischen Montserrat, Antigua und Nevis. Kommt man nahe dran, ist es aber gar nicht mehr so klein. Schaffte es, meinen Anker unter einem Felsen zu verkeilen, während ich zum Gipfel kletterte. Dann flickte ich den bisher zweiten langen Riss im Großsegel, und schließlich der Landfall in Nevis gerade nach Einbruch der Dunkelheit. Ein aufregender Tag und endlich geschafft, den Mief abzuschütteln, den ich in der langen Zeit in der stinkigen Lagune bei den tollen Superyachtleutchen angenommen hatte.


1. Mar 2008 Saint Kitts, Ballast Bay and Basseterre
Position 17:17.5N, 62:43.5W

Eine nette amerikanische Lady verkauft mir eine Solardusche. Das Ding hilft wirklich gegen das ewige Kleben von Schweiß und Salz. Wie nett sie auch war, ich blieb nicht sondern segelte weiter nach St. Kitts, Nevis‘ Schwesterinsel, aber dafür wirklich herrlich einsam. Hoppla, gewöhne ich mich jetzt schon zu sehr ans Einhandsegeln? Eine windige Nacht im Süden der Insel später, weit weg von den irren Stadtlichtern und den ewig wummernden Reggae-Bars, und ich gehe für zwei Nächte in die billigste Marina bis jetzt. Echte Duschen, Große Wäsche, Wasser gebunkert und neue Freunde auf einer großen Yacht gefunden (gegrilltes Lamm!). Auf dem Weg herüber auch meinen dritten Fisch seit England gefangen. einen ‚Yellow Jack‘, angeblich ein giftiger und ungenießbarer Bursche. Ich habe ihn mit Curry so stark gewürzt, um die Toxine zu killen, dass er nach nichts mehr schmeckte, was meine paranoiden Bauchkrämpfe nicht vermied. Ich esse eben alles, was umsonst ist. War am Ende doch genießbar.


4. Mar 2008 ...und den ganzen Weg zurück: Statia
Position 17:28.75N, 62:59.25W

Hatte eine blasige Abfahrt vom Nordende St. Kitt‘s, die mich die Ducht aus dem Dinghi kostete. Wenigstens nicht das Dinghi selbst! Jetzt kriege ich beim unbequemen Rudern einen nassen Hintern. Aber dann Statia. Früher der „Goldfelsen“ der Karibik wegen seiner Zollfreiheit. ein reicher Handelsstützpunkt, bis Admiral Rodney von der guten alten Royal Navy es eroberte und die Reichtümer konfiszierte. Heute ist es lieblich, klein und nett, wenn auch etwas rollig vor Anker. Sah einen Stachelrochen sobald ich ins Wasser sprang, um den Anker zu sichern. Hielt mich lieber fern. An Land folgte ich einem Felsenpfad in den Ort und fand einen chinesischen Supermarkt, wo ich Milchpulver kriegte. Jetzt kann ich richtig zivilisiert frühstücken, mit Milchkaffe und Toast, denn ich bekam auch Backpulver! Also: (Trommelwirbel). Ich kam, ich sah, ich knetete, ich buk. Foshy hat nie geglaubt, dass man an Bord Brot backen kann. Ich hab es ihm gezeigt! Nicht alle würden das Produkt Brot nennen, aber nächstes Mal wird es bestimmt echtem Brot ähnlicher. Weiter so zu Erfolg und Ruhm!


4. Mar 2008 St. Martin
Position 18:04N, 63:05.25W

Von Statia nach St. Martin - ein ganzer Tag für etwa 44 Meilen, und ich bin wieder vor Anker neben der Marina in Marigot auf der französischen Hälfte der Insel. Offenbar nehmen die auf der niederländischen Hälfte irre Liegegebühren, denn um mich herum liegen bald 300 Yachten. Liege mit dem kleinen Boot geschützt unter Land und fahre einen Tag lang mit dem Bus rüber nach Simpson Bay und weiter zum Flugplatz, wo ich meine Crew für die nächsten Tage erwarte. Da sitze ich also am Flughafen und warte auf meinen Papa, der meine liebe Crew Foshy (schnüff) ersetzen soll, die ja in Antigua abgemustert hat.


4. Apr 2008 Toby
Position 18:03.65N, 63:05.6W

Wer ist Toby? Toby ist der Time Out BoatYard, wo Ariel drei Wochen gelegen hat, während ich daheim auf Familienurlaub war. Toby ist ein niedlicher kleiner Platz von Franzosen, wo überall Schrott herumliegt, aber sicher und billig. Ich habe mir die Füße beim Skilaufen verletzt, und so hopple ich unbeholfen herum und tue mir selber leid. Vor allem weil alle Crewangebote von hier ab geplatzt sind und ich wohl alleine weitersegeln muss. Vielleicht kann ich mich hier lange genug herumdrücken und meine Füße kurieren, bis irgendwelche Bekannten von der ARC vorbeikommen. Jetzt mache ich auch neue Pläne: Statt von hier weiterzusegeln bis New York denke ich jetzt, ich werde von den Bahamas nach Bermuda rüberhopsen und von dort über die Azoren heimsegeln. Falls ein gewisser Herr BBC das liest und mir sagt, dass ich einVorstellungsgespräch im Juni habe, dann fahre ich dafür glatt nach Hause.


25. Apr 2008 Außerhalb Marigot, French St. Martin
Position: 18.03:54N, 63.05:45W

Nach drei Wochen in einer stinkigen Lagune und Warten auf Ersatzteile bin ich wieder unterwegs. Wohin? San Salvador, die Insel in den Bahamas, ist mein nächstes Ziel. Hier ist das echte Abenteuer auf meiner Atlantik-Rund Reise: Einhand, non-stop für 800 Meilen. Rechne nicht mit viel Schlaf, da ich vorhabe, alle 20 Minuten Ausguck zu halten, aber wir werden sehen, wie die guten Vorsätze halten. Ein paar Tage segelte ich in netter Gesellschaft von Bekannten: Little Blue and Phillipides III die auch im Dezember auf der ARC waren. Rechne mit Ankunft auf den Bahamas in sechs bis neun Tagen.


27. Apr 2008 Nur noch 530 Meilen vor uns...
Position 19.54N, 66.00W

Komme gut voran, nördlich der Virgin Islands, und bin so entspannt, hin und wieder ein Nickerchen zu machen, nachdem ich von den anderen weiß, dass meine neuen Radarreflektoren super sichtbar sind. Eine schreckliche Nacht gab es, seekrank, kein Mondlicht und der Horizont voller Blitze. Zum Glück kam mir das Wetter nie zu nah, aber es machte mich schon mächtig nervös. Heute geht es mir viel besser. Mache sechs Knoten über Grund, rechne also mit einer flotten Passage, wenn das Wetter bleibt, wie es ist (Ostwind um 3). Habe einen fetten Tunfisch gefangen aber ihn wieder reingeworfen. Hatte einfach keine Lust auf Kochen bei dem Gerolle. Liebe meine Ingwernüsse, ein richtiges Abendessen!


30. Apr 2008 Regen!
Position: 21.55N, 69.41W

In der Karibik regnet es und regnet und regnet. Habe eine kleine Wetterfront durchquert mit massenhaft Regen und Winddrehern. Klatschnass vom Segelwechseln habe ich mich eingeseift für eine Dusche, und genau da hörte der Regen auf und ließ mich stehen, seifig und nackt, 100 Meilen von irgendwo. Herr GPS meint, noch 60 oder 70 oder 80 Stunden bis Salvador, je nachdem, wie er gelaunt ist, das heißt also noch etwas weniger als drei Tage. Lese Bücher, wasche und putze, das Übliche. Freue mich auf Menschen um mich herum, nächste Woche.

(Übersetzung: Michael Hundrup)

Fortsetzung   >> Bermuda ...

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